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Bücher von Blurb

Bücher selber gestalten!

Weihnachten 2020 kam Sohn Florian mit Familie mal wieder zu Besuch! Auch wenn der 24. Dezember nicht ganz so dick bei ihm im Kalender gekennzeichnet ist, gibt es an diesem Tag das ein oder andere Geschenk. Alleine der Enkel-Kinder wegen. Für mich gab es ein selbst gestaltetes Buch von Island. Ich habe schon öfter erwähnt, das Sohn Florian zu 98 % fotografisch in Schwarz-Weiß unterwegs ist. Ganz nach dem Motto von Peter Lindbergh: „Was so bemerkenswert an der Schwarz-Weiß Fotografie ist, ist wie sie das Gefühl von Realität zum Vorschein bringt!“ Soweit so gut. Beim Durchblättern war ich hin und weg ob der Qualität des Druckes und vor allem der Oberfläche des Papiers! Da ich bekanntlich selber Hersteller von Fine Art Drucken bin, hat mich diese Oberfläche, genannt „Eierschalenstruktur“ komplett abgeholt! Ich hatte natürlich schon ein Buch über Island, Namibia, Body Painting machen lassen, aber dieses Buch, in dieser Machart, übertraf alles, was ich bisher gesehen hatte! Also, wenn ihr Bücher gestaltet habt, bei White Wall, XXL oder unzähligen anderen Hersteller, für mich ist Blurb jetzt die erste Wahl! Und das ist ganz alleine meine Meinung. Ohne Bezahlung dieser Firma oder anderen Vergünstigungen.

Auf Island zurückzukommen… Island ist für mich Farbe. Natürlich habe ich Island nochmal aufgelegt. Diesmal mit „Eierschalenstruktur“. Mein Eindruck: Besser geht es nicht! Das erste Island-Buch hatte ich bei XXL machen lassen. Ist ok. Blurb aber ist sensationell! Leute, die das neue Buch in den Händen hielten meinten: “Wie aus dem Buchladen!“ Absolut professionell. Genau so beim Buch Body Painting, Namibia, Basler Fasnet. Und ganz aktuell das Buch der „Alten Schätze“ – meine Jazzbilder!

Fotos des Jazz-Buches

Man muss allerdings sagen, dass die Sache nicht billig ist. Wenn ich ein Buch mit dem Umfang von Island bestelle, Seitenzahl 230, kostet das ca. 250 Euro! Das ist dann die Version Leineneinband mit Buchumschlag Format 28 x 33 cm.

Erstellt habe ich das Ganze sehr komfortabel mit Lightroom. Selbstverständlich kann man sich auch eine Software von Blurb runterladen. Man braucht kein Lightroom dafür. Natürlich macht Blurb auch Angebote. Dann gibt es zwischen 25 und 35 % Rabatt für ein Buchprojekt! Wäre auch gut, wenn man dann so ein Projekt fertig gestaltet hat, um dann auch gleich zu bestellen. Aber auch nach Abzug von den Prozenten ist das Buch immer noch so teuer, dass es kaum jemand in Erwägung zieht, sowas zu kaufen. Sammler vielleicht. Aber dafür ist der Name Ziegler nicht bekannt genug. Ich selber ertappe mich dabei, bei Bücher, die mehr als 60 Euro kosten, das länger zu überdenken, ob ich das dann kaufen werde. Bei Peter Lindbergh muss ich nicht lange überlegen… Bei Salgado auch nicht. Aber dann….

Fotos des Namibia Buches

Foto des Namibia Buches

Wir sind jetzt bei dem Punkt, wo einige sich fragen, warum druckt er seine Bücher nicht selbst? Berechtigte Frage. Es gibt natürlich von vielen Firmen ebenso viele Möglichkeiten so ein Buchprojekt zu fertigen. Wenn man sich da durchgekämpft hat, bleibt Ernüchterung. Ganz einfach, weil vieles richtig teuer ist. Beispiel: Hahnemühle Lederalbum „Red Stich“ 30 x 30 Einband kostet ca. 85 Euro. Wohlgemerkt nur der Einband! Was wäre der Einband ohne das zu bedruckende Papier? Hahnemühle Photoshop Rag Duo satte 90 Euro für 20 Blatt. Man kann diese Blätter zwar beidseitig bedrucken, hat aber dann trotzdem erst 40 Bilder. Zugegeben, das beschriebene Lederalbum sieht schon verdammt edel aus. Ich weiß das, weil ich vor Jahren mir genau dieses gekauft habe. Und jetzt kommt eine glückliche Fügung in Gestalt meines Sohnes und legt mir ein Buch vor, wo man einfach nicht nein sagen kann, bei dem alles, worauf man als Drucker wert legt, zusammenkommt.

Stapel von Blurb Büchern

Jetzt muss man natürlich mit so einer Aussage vorsichtig sein. Weil alles was ich bisher geschrieben habe, ganz alleine meine Meinung ist. Wie man weiß, gibt es viele unterschiedliche Meinungen zu einer Sache. Stand heute macht Blurb genau das Buch, wie ich es mir vorstelle!

Blurb hat auch ein Format Zeitschrift im Programm. Verhältnismäßig günstig zu erwerben. Papier und Druck ist nicht ganz so hochwertig, wie bei den Büchern. Aber immerhin noch so gut, um einfache Projekte umzusetzen. Oder einfach zu sehen, wie Bilder im Zeitungsdruck wirken.

Mein Sohn Florian hat schon mehrere solcher Zeitschriftenprojekte umgesetzt. Vor allem „Diamonds in the Rough“ fällt da auf. In Essen gibt es einen Wrestling-Akademie. Vor der Corona Pandemie gab es dort alle vier Wochen eine Veranstaltung, wo er fotografierte. Entstanden ist daraus eine Zeitschrift mit dem entsprechendem Titel. Sensationelle Aufnahmen! Für mich nicht nachzuvollziehen, wie man mit einer Leica M bei so einer Sportart scharfe Bilder produzieren kann! Wahrscheinlich… Übung macht den Meister! Das Teil ist zum Selbstkostenpreis von 25 Euro direkt bei Blurb zu beziehen.

Und wie ihr sehen könnt, sind mein Sohn und ich in allerbester Gesellschaft!

Selbstgestaltete Bücher im Bücherregal

Fine Art Printer

Ich bin Leser und Abonnent seit der zweiten Ausgabe des Fine Art Printer Magazins. Die Erstausgabe erschien 2005. Obwohl ich zu dieser Zeit noch keinen Drucker hatte, interessierte mich dieses Thema sehr. Auch, weil ich im selben Jahr meine erste Digitale Kamera kaufte.

Unter dem Titel des Magazins steht heute der Zusatz „Das High-End-Fotomagazin“ – in der Anfangszeit „Fotografieren. Drucken. Ausstellen.“ Beide Aussagen finde ich in Ordnung. „High End“ deshalb, weil der Druck am Ende stehen sollte, wenn man Bilder produziert. Dabei ist es egal, ob man Bilder drucken läßt, um danach in Erinnerung zu schwelgen, oder Fine-Art-Drucke herstellt und diese als Kunstwerke anbietet. Es ist einfach zu schade, Aufnahmen nur für den Monitor und Festplatte zu produzieren. Meiner Meinung nach hat es der Papierhersteller Moab in seiner Werbung absolut auf den Punkt gebracht. Dort steht: „Das Bild zu Ende denken“. Besser kann man es nicht ausdrücken. Das habe ich an anderer Stelle schon mal geschrieben. Und das ist nach wie vor immer noch meine Meinung. Mein Epson Drucker hat nach neun Jahren seinen Geist aufgegeben. Er wollte partout kein Schwarz mehr aufs Papier bringen. Da ich mir ein Fotografenleben ohne Drucker schwer vorstellen kann, tut jetzt ein P-900 seine Dienste!

Das Fine Art Printer Magazin war das erste Fachblatt, von dem ich mich hinreißen ließ, einen Leserbrief zu schreiben. (Tatsächlich der erste Leserbrief zu irgendeinem Thema überhaupt.) Der Grund: In einer Ausgabe wurde ein Portfolio präsentiert, das ganz und gar nicht das zeigte, was ich von einem Druckerfachblatt erwartete. In der gleichen Ausgabe gab es aber einen Bericht, wie man das Beste aus einer Datei rausholt. Das passte für mich nicht und schrieb Hermann Will, dem Herausgeber, was ich davon hielt. Die Antwort ließ auch nicht lange auf sich warten. Diese akzeptierte ich natürlich, aber verstehen…

Ein Thema, bei dem ich mir oftmals die Augen reibe, sind die Titelbilder. Technische Motive wie Treppen, oder im aktuellen Magazin Glaskaraffe und Wasserglas. Dann gibt es auch unscharfe Portraits! Warum? Selbstverständlich gibt es auch absolut herausragende Titelbilder! Ausgabe 03/2005 Greg Gorman fotografierte Brooke Shields; 04/2008 ein Portrait von Marc Oeder; in Ausgabe 03/2012 auch ein Portrait von Fotograf Marc Lagrange. Die Liste der guten Titel ist natürlich noch viel länger. Und Portfolios die mich begeistern. 01/2013 zeigt eine Fotostrecke von Supermodel Kate Moss. Sensationell auch die Fotostrecke in 01/2009, von Marcus Tedeskino, der u. A. Prominente aus Schauspiel und Sport portraitiert. Aber manchmal ist für meine Begriffe halt doch ein Ausreißer dabei. Vielleicht fehlt mir für diese Sache auch das nötige Hintergrundwissen? Aber braucht man das, um ein interessantes Titelbild zu bringen?

Die Freude an einer neuen Ausgabe überwiegt natürlich, wenn man über die immens vielen Tipps, Tricks oder Hinweise rund ums Drucken lesen kann. Auch wenn es um das Präsentieren der gedruckten Kunstwerke geht. Meiner Meinung nach gibt es in diesem Genre keine Alternative zum „Fine Art Printer“.

Schade nur, dass man dieses Magazin ab Ausgabe 01/2021 an keinem Kiosk mehr kaufen kann, sondern nur noch als Abonnement. Aber das ist auch kein Problem. Holt Euch das Abo und erfreut euch an dem tollen Druck und tolle Infos rund ums Drucken und Präsentieren. Die Werbung hält sich auch im Rahmen.

In der aktuellen Ausgabe durfte ich mich mit einem kleinen Portfolio zu all den bekannten Fotografen einreihen, die seit 2005 im Fine Art Printer zu sehen waren.

Fine Art Printer Intro Peter Ziegler

Fine Art Printer Portfolio Peter Ziegler

Alte Schätze

Alte analoge Schätze wäre im Grunde die richtige Bezeichnung! Inspiriert, diese alten Sachen hervorzuholen, hat mich ein Besuch in Wetzlar. Genau, ich habe Leica besucht! Und nach meiner Wahrnehmung, lebt Leica nahezu ausschließlich von der Historie. Da kann man jetzt geteilter Meinung sein. Aber Werbung, das ist gleichzeitig das Zeigen von Bildern, macht Leica mit alten Aufnahmen namhafter Fotografen wie Thomas Höpcker, Robert Lebeck. Weltbekannt wurde der vietnamesische Fotograf Nick Út mit der Bild der napalmverbrannten Kinder. Mit dem Bild „Tod eines spanischen Loyalisten“ wurde Robert Capa weltberühmt. Oder Alfred Eisenstaedt, der den Matrosen im Hafen fotografierte, der gerade eine junge Frau küsst. Natürlich Fotografien, die jeder kennt. Da muss man nicht Fotograf sein. Alle diese Bilder hängen in Wetzlar. Aber, und jetzt komme ich zum Punkt: In einer technischen Qualität, dass es einem graust! Zumindest bei vielen dieser Zeitzeugen. Da ist es auch nicht wichtig, ob ein Bild richtig scharf ist, die Grauwerte passen, ect., die Aufnahmen sprechen für sich! Da brauch man keine Erklärung. Die sind so gemacht – Punkt!

Ich bin nicht so vermessen, meine, bei verschiedenen Konzerten gemachten Bilder, mit denen der Leica Galerie vergleichen zu wollen! Nein, sicher nicht. Es geht mir auch nur darum, technisch eher unsaubere Bilder, zu zeigen. Die Aufnahmen haben auch einen dokumentarischen Wert. Die meisten der abgebildeten Musiker sind längst verstorben.

Paco
Konzert vom 1. Juni 1983 in Ludwigshafen

Es gibt für mich in der jüngeren Geschichte zwei Fotografen, die sich auch sehr wenig – oder gar nicht – um diese technische Sachen kümmern. Einer davon ist Paul Ripke. Als Deutschland 2014 Fussballweltmeister wurde, war eben dieser als einziger sozusagen hautnah bei der Mannschaft. Natürlich auch mit einer Leica! Das Buch, das danach erschien (One Night in Rio) ist vollgepackt mit Emotionen. Da interessiert es  wirklich niemanden, wie die technische Seite rüberkommt! Zumal ein Buch, das im DIN A 4 Format veröffentlicht wird, keine so große Ansprüche an die Technik stellt. Da der gebürtige Heidelberger u.a. auch von der Werbung lebt, sehen diese Bilder technisch ganz anders aus. Das Projekt RIO ist dann auch wohl der außergewöhnlichen Situation geschuldet.

Ja, und der zweite Fotograf… R.I.P. Peter Lindbergh!!! Schon immer haben mich die Bilder von ihm begeistert! Der Mann hat einfach Fotogeschichte geschrieben. Wie kein Zweiter prägte er in den 1980er Jahren die Modefotografie. Ich hatte das Vergnügen, seine erste, selbst kuratierte Ausstellung im Kunstpalast Düsseldorf zu besuchen. Wie allgemein bekannt ist, erlebte er die Ausstellungseröffnung nicht mehr. Die Bilder, teilweise 3 Meter hoch als Tapete an der Wand, sind beeindruckend. Doch die selbst im Buch schon zweifelhafte technische Qualität der Aufnahmen, die in der Größe grenzwertig sind und nur aus mindestens fünf Metern anzuschauen. Doch dieser Mangel – wenn es denn einer ist – interessiert die Besucher nicht im geringsten. Der Bildinhalt ist über jeden Zweifel erhaben. Zumindest bei 90 Prozent der gezeigten Bilder!

Parallel zu der Peter Lindbergh Ausstellung läuft keine 300 Meter vom Kunstpalast weg, eine weitere Fotoausstellung von Martin Schoeller im NRW- Forum. Was für ein Unterschied. Da stellst Du dich mit Brille, keine 20 Zentimeter vom Bild weg, und siehst jede, aber auch wirklich jede Kleinigkeit im Bild. Portraits, z. B. von Drag- Queens, geschätzte 2 Meter hoch, in unfassbarer Brillanz und Schärfe! Für mich sensationell. In dieser Ausstellung ist die Serie „Close Up“ zu sehen. Portraits in Nahaufnahme. Viele Prominente aus Politik, Musik, Kunst und Sport.
Sollten sich bildbegeisterte Menschen nach Düsseldorf „verirren“, unbedingt diese beiden Ausstellungen besuchen!

Halleluja, jetzt habe ich mich in meiner Begeisterung gründlich verzettelt. Aber ich brauchte ja einen Aufhänger, um meine technisch unsauberen Bilder aus den 1980er Jahren hier zu zeigen. Keine Scanns. Abfotografierte SW-Negative, mit all ihren Fehlern des groben Korns. Für mich aber sind sie es wert, gezeigt zu werden!

Viel Spass beim Anschauen!

Fokus-Bracketing mit der GFX-R

Die neuesten Kameragenerationen bieten die Möglichkeit, Focus- Bracketing oder gar Focus- Stacking zu betreiben. Hat eine Kamera Stacking Funktion, bedeutet das, dass diese die gemachten Bilder automatisch in Stapelverarbeitung zusammenfügt und ein neues Bild erzeugt. Mit entsprechender Tiefenschärfe.

Meine GFX-R bietet „nur“ die Focus Bracketing Funktion. Das heist, das ich im Menü der Kamera, die Anzahl der zu machenden Bilder und den Schritt einstellen kann. Anzahl der Bilder ist klar. Schritt bedeutet, das eine bestimmte Änderung im Fokus gemacht wird. Im Falle meiner GFX ist es eine Scala von 1 bis 10. Wobei 1 eine kleine Veränderung und 10 einen größeren Schritt bedeutet.

Der Unterschied zwischen Stacking und Bracketing ist der, das ich jetzt noch die Aufnahmen in Photoshop weiter bearbeiten muss, da ich diese nur mit verschiedenen Fokusebenen habe. Ich gehe da wie folgt vor: Meine Bilder sind in Lightroom. Die zu verarbeitenden Aufnahmen werden markiert. Nach einem Rechtsklick fragt mich LR, wo ich die Bilder bearbeiten will. Diese werden dann als Ebenen in PS geöffnet. Dort werden alle Ebenen wieder markiert. Auf der oberen Leiste geht es zu „Bearbeiten > Ebenen automatisch ausrichten“. Es geht ein Fenster auf und man klickt auf „Auto“ und „Ok“. Ist das automatische Ausrichten abgeschlossen geht es wieder in die Leiste zu „Bearbeiten > Ebenen automatisch überblenden“. Wieder geht ein Fenster auf und man geht auf: „Bilder stapeln > OK“. Je nach Anzahl der Bilder, Datenmenge und Leistung des Rechners, kann das Prozedere eine Weile dauern. In PS sieht man die Ebenen und die dazugehörigen Masken mit dem Schärfebereich. Man sollte noch, um unnötige Datenmengen zu vermeiden, das Ganze auf: Hintergrundebene reduzieren!

Jetzt hat man ein Bild, das von vorne bis hinten scharf ist!

Meine Einstellung in der GFX bei Landschaftsbildern:

  • Anzahl der Aufnahmen: 15
  • Schritte: 5
  • Zwei Sekunden zwischen den Aufnahmen

Das Schöne an einer GFX ist, dass man sich die Tiefenschärfe einblenden lassen kann! Anhand einer Meterskala sehe ich die Schärfe. Wenn ich z. B. das 23mm einsetze, brauche ich nie 15 Bilder. Da schaltet die Kamera automatisch ab, wenn der Fokus unendlich erreicht hat. Unter Umständen schon nach 4 Bildern! Den Beugungseffekt kann man bei der Größe des Sensors vernachlässigen. Wogegen bei einem APS-C Sensor spätestens bei Blende 8-11 Schluss sein sollte!

Kommt die Frage: Will man das überhaupt? Warum nicht einfach kräftig abblenden? Nun, durch Schließen der Blende gewinnt man an Tiefenschärfe. Doch bei einer gewissen Abblendung, tritt ein Beugungseffekt auf. Mein Bild wird wieder unscharf. Das ist einer der Gründe, warum man diese Methode entwickelt/erfunden hat. Natürlich gibt es Arbeitsbereiche, in denen man mit Stacking Dinge sichtbar machen kann, die das menschliche Auge nicht sieht! Hat man die Bilder vom britischen Fotografen Levon Biss, oder von dem, im Odenwald wohnende Wolfgang Renz gesehen, dann weiß man was ich meine. Auch sollte man bei Traumflieger.de reinschauen. Sensationelle Aufnahmen von Pilzen gibt es da zu sehen. Die Ergebnisse der drei spielen natürlich in einer völlig anderen Liga, als meine einfachen Landschaftsbilder! Der zeitlich und finanzielle Aufwand ist auch um ein Vielfaches höher. Aber es werden Details sichtbar, die einfach grandios sind!

Ich persönlich habe bisher nur in der Landschaftsfotografie Bracketing ausprobiert. Will man in den Makro Bereich, müssen natürlich wesentlich mehr Aufnahmen gemacht werden. Ob da noch Photoshop mitmacht, weiß ich nicht. Aber auch dafür gibt es ein tolles Programm: Helikon Fokus. Mir gefällt der Effekt, dass alles scharf abgebildet wird, sehr gut. Natürlich gibt es Motive, da ist diese Methode völlig fehl am Platz. Schließlich kann man mit offener Blende wunderbar gestalten!

Viel Spass beim Anschauen der Beispielbilder!

Rostocker Zoo

Es ist uns eine liebgewonnene Angewohnheit geworden, mindestens ein mal im Jahr eine Woche Urlaub an der Ostsee zu machen. Dieses Jahr waren wir in Rerik. Wenn man östliche oder auch nördliche Gefilde in Deutschland besucht, ist es immer wieder spannend, wie wohl das Wetter mitspielt! Glück hatten wir auch dieses Jahr. Bis auf ein paar Stunden gegen Abend, war es trocken. Rerik liegt, ganz grob beschrieben, zwischen Kühlungsborn und der Insel Poel.

Fotografisch gibt die Landschaft an der Ostsee ziemlich viel her. Abgesehen davon, ist der Erholungswert enorm. Und dann gibt es natürlich noch die Fischbrötchen. Matjes oder Bismarck, je nach Geschmack, kann man diese, mit der sprichwörtlichen Braukunst eines Stoertebecker-Pils genießen. So ist die Welt – zumindest für eine gewisse Zeit – schwer in Ordnung.

Ein paar Kilometer entfernt liegt Nienhagen und der Gespensterwald. Läuft man vom Parkplatz in Richtung Steilküste, wird es erst dann interessant, wenn man die Ostsee durch die – meist Buchen- sehen kann. Wie der Wald aber zu seinem Namen kam – da müsste man wahrscheinlich ein paar hundert Jahre zurück gehen, um das zu verstehen.

Was wir aber dieses Jahr angehen wollten, war der Zoo in Rostock! Mehrfach ausgezeichnet als Zoo des Jahres. Sehr weitläufig und mit mehr als 4.000 Tiere, die sich auf 330 Arten verteilen. Was für meine Begriffe den Zoo in Rostock besonders macht, sind nicht Löwen, Elefanten, Geparde, Eisbären ect., die sehe ich mehr oder weniger auch in anderen Zoos. (Obwohl, so einen Eisbären habe ich noch nie gesehen, der eine halbe Stunde vor der Glasscheibe das Wasser bewegt. Sein eigener Bewegungsradius war noch nicht mal einen Meter! Meines Erachtens völlig verhaltensgestört.) Es ist das Affenhaus! Es gibt tolle Möglichkeiten dort zu fotografieren. Die Affen sind nicht allzu weit weg. Das sage ich jetzt so, weil mein 100-400mm von Fujifilm dort eine richtig gute Figur macht! Überhaupt ist dieses Objektiv für die Zoofotografie vom Feinsten! Ein 400mm reicht für ein Affenportrait.

Zum Schluss gönnten wir uns noch eine Bratwurst. (Tatsächlich die letzten vier am Kiosk.) Während wir aßen, gesellte sich ein Rotkelchen zu uns. Wie man weiß, ist die Fluchtdistanz lange nicht so groß wie die eines Spatzes oder einer Meise. Es poste was das Zeug hielt und flog immer wieder zu uns.
Wäre da nicht das Affenhaus, würde ich behaupten, dass alleine das Bild des Rotkehlchens es wert war, den Rostocker Zoo besucht zu haben.

Viel Spass beim Bilder anschauen!

Vitra Haus

Im März machten wir uns – wie jedes Jahr – auf nach Basel zur Fasnet. Das Wetter war bescheiden, aber immer in der Hoffnung gute Bilder zu bekommen. Zumal ich meine neueste Anschaffung auf Herz und Nieren testen wollte. YouTube war meine erste Informationsquelle, bevor ich mir die Fuji GFX-R gekauft habe. Klar gehen die Meinungen auseinander! Von viel zu langsam (Autofokus, Auslöseverzögerung) bis geniale Bildqualität im Studio. Natürlich will man so eine Kamera nicht nur im Studio benutzen. Zumal ich gar keines habe.

Bestückt mit dem 45mm (35mm im Vollformat), begab ich mich ins Getümmel der drei scheenschde Dääg! Mein erster Eindruck: Die GFX-R taugt nicht für diese Art der Fotografie! Wie gesagt, es war mein erster Versuch. Der zweite wird vielleicht besser werden. Wenn jedoch das Motiv steht, dann… mein lieber Mann – sowas habe ich noch nie gesehen. Die Bilder sehen einfach anders aus! Einbildung? Ich denke nicht! Einzig an das 4:3 Format muss ich mich noch gewöhnen. Auch weil die Fine Art Papiere eher für das 3:2 Format gemacht sind.

Die Aufnahmen, die ich hier zeige, sind auf dem Gelände der Firma Vitra gemacht. Dort gibt es ein Design Museum. Zu sehen sind fünf Giebelhäuser – gestapelt. Mit verglasten Stirnseiten. Das Haus wurde im Februar 2010 eröffnet. Aber nicht nur dieses Ausstellungshaus ist besonders. Läuft man auf diesem Betriebsgelände umher, sieht man so manche architektonische Überraschung. Am meisten gerätselt haben wir über eine Mauer. Bis heute hat sich mir nicht erschlossen, für was diese Mauer steht. Überhaupt – braucht es einen Grund, ein Kunstwerk zu erschaffen? Das Gebäude, in dem die Designerstücke aufbewahrt und auch gezeigt werden, ist mit Backstein gemauert. Auch der Vorplatz. Beim Fertigen der Steine wurde eine Sollbruchstelle „eingebaut“. Die Steine wurden entsprechend beim Verarbeiten in der Mitte gebrochen. So entstand eine sehr interessante Fassade. Auf diese Idee muss man erst mal kommen! Auch ungewöhnlich: der Eingang zum Vitra Schaudepot ist die einzige Öffnung an der Stirnseite des Gebäudes. Nur die Tür. Keinerlei Fenster. Das Wetter hat in dieser kurzen Zeit auch mitgespielt. Schnellziehende Wolken sorgten für unterschiedliche Lichtverhältnisse. Und für Besucher gibt es auch ein Restaurant. Sehr empfehlenswert!

Warum schreibe ich in der Einführung über Basel, wenn davon keine Bilder zu sehen sind? Weil am Rhein ist nicht weit weg von Basel und keine fünf Minuten Fahrzeit von unserer Unterkunft gelegen. Diese Gelegenheit haben wir genutzt und haben uns ein paar Stunden auf dem Campus verweilt. Leider, und wie so oft, hatte ich kein Stativ dabei! Schande! Aber das wird sich in Zukunft ändern, wenn ich mit der GFX unterwegs sein werde. Wie gesagt, alle Bilder habe ich aus der Hand gemacht. Gar nicht auszudenken wie das wird, wenn ein Stativ zum Einsatz kommt. Eines muss man natürlich bedenken. Hier am Monitor, ist die Bildqualität nur zu erahnen! Erst der Druck zeigt, was in dieser Kamera steckt!

Natürlich gibt es im Umfeld Stimmen die meinen, eine Nikon D850 oder die Sony Alpha 7 kann das auch. Ich verkneife mir dann einen Kommentar! Jedenfalls bin mehr als zufrieden mit der Kamera.

Viel Spass beim Bilder anschauen!

Reptilium Landau

Es ist jetzt schon ein paar Jahre her, dass ich im Reptilium in Landau war. 2004 eröffnet, zeigt der Zoo heute über 100 Tierarten.

Wir waren vier Leute vom Sandhäuser Fotoclub, die sich auf den Weg machten. Selbstverständlich an einem Wochentag. An einem Wochenende wären wahrscheinlich zu viele Menschen vor Ort. Der erste Donnerstag im Monat verspricht außerdem, dass man, wenn man etwas Glück hat, spektakuläre Bilder machen kann. Da steht nämlich am Abend die Fütterung der Würgeschlangen auf dem Programm!

Und wir hatten tatsächlich richtig Glück. An diesem Tage waren kaum Besucher im Reptilium. Auch keine Schulklasse. Denn es wäre schon nervig, wenn man mehr auf sein Stativ schauen müsste, das eventuell einen Tritt abbekommt, als auf das Geschehen hinter dem Glas! Apropo Glasscheibe: Bei einigen Tieren, die sich in Bodennähe aufhielten, war die Scheibe so verschmutzt, dass man das Fotografieren von vorn herein vergessen konnte! Also musste das Stativ etwas nach oben verstellt werden. Leider war man dann nicht mehr auf Augenhöhe.

Stativ ist Pflicht, will man mit moderaten ISO Zahlen arbeiten. Mein nagelneues Rollei Lion Rock steht wie eine Eins! Ich behaupte, Gitzo hat da mächtig Konkurrenz bekommen. Wenn ich jetzt beim Equipment für das Reptilium bin: Dabei hatte ich, wie schon gesagt, ein Stativ, ein Makro Objektiv, das 50- 140mm (75-210) und das 100-400mm (150-600) und die Fuji XH-1. Die XT-2 war auch dabei. Das Makro Objektiv habe ich gleich wieder eingepackt. Mein Tip: Je mehr Brennweite, desto besser. Meine beiden Zoom- Brennweiten ergänzen sich prima.

Als gegen Abend die Schlangen gefüttert wurden, mussten die Tierpfleger logischerweise die Fenster öffnen. Gut so. Den Pythons wurde mit einer Greifzange die „Beute“ quasi vor die Nase gehalten. Einige Schlangen verhielten sich wie man es erwartet, oder vielleicht auch schon im TV gesehen hatte. Blitzschnell wickelten sie sich um ihre Beute. Anderen war das egal. Also wurde deren Mahlzeit daneben gelegt. Aber wie das im Leben so ist: Die Kirschen in Nachbars Garten schmecken einfach besser. So schlängelte sich ein kleiner vorwitziger Python zwischen dem Körper einer anderen, größeren Schlange. Dabei löste sie wahrscheinlich den Reflex aus, die Würgeschlinge noch enger zu ziehen. Pech für den Kleinen. Ich hielt es für angebracht, dem Tierpfleger auf die Situation hinzu weisen. Das hat dem kleinen Python wahrscheinlich das Leben gerettet.

Die noch kleineren Schlangen wurden mit Eintagsküken gefüttert. Diese musste man nicht lange bitten. Sofort ging es zur Sache. An dieser Stelle muss ich darauf hinweisen, dass manche Bilder nicht für Jedermann sind. Sollte sich jemand an Bildern stören, die zeigen, wie Schlangen ihre Beute fressen, am besten die letzten sechs Bilder nicht anschauen!

Ansonsten ist noch zu erwähnen, dass ein Besuch im Reptilien Landau absolut zu empfehlen ist. Auch für Menschen, die nicht fotografieren.

Viel Spass beim Bilder anschauen.

Rotten Places

Ende Oktober fuhren fünf Leute vom Fotoclub nach Erkrath…… Wohin?? Jawoll!!, knapp 300 Kilometer von Heidelberg nach NRW!

Zum Auto- Skulpturenpark. Ein Herr Michael Fröhlich hat sich wahrscheinlich selbst ein Geschenk zum 50. Geburtstag gemacht. Ca. 50 Oldtimer stellte er sich auf sein Grundstück. Alle Baujahr 1950! Diese Ansammlung von alten Autos dürfte wohl einzigartig in Deutschland sein.

Alle Autos, sich selbst der Natur überlassen, rosten, gammeln, verändern sich. Der tolle Lack vergangener Tage zieht Risse, bläht sich, wirft sich auf. Kein Wunder, nach so vielen Jahren ungeschützt im Freien. Selbst ein Stück Berliner Mauer, samt dazugehörigen Armeewagen verfallen angesichts der Zeit.

Diese Tatsache treibt bestimmt so manchen Besucher, der auf solche alten Autos steht, Tränen in die Augen. Selbst ich, der keine besondere Affinität zu solchen Automobilen hat, stellt sich vor, wie der Porsche oder Jaguar in seinen besten Tagen wohl ausgesehen haben mag. Das feine Leder, blanke, hochglanzpolierte Chromteile erliegen der Zeit. Patina legt sich auf Alles. Und man sieht- die Natur holt sich alles zurück!

Herr Fröhlich hat sich bestimmt nicht vorstellen können, dass eines Tages fotoverrückte Menschen seinen Oldtimerpark besuchen würden.

Wir, vom Sandhäuser Fotoclub waren am Sonntag morgen noch alleine auf dem Gelände. Am Nachmittag kam- gefühlt- ein ganzer Bus Holländer zum Fotografieren. Das gesamte Gelände war jetzt fest in Fotografenhand. Ständig stand irgendeine Person im Bild. Nervend! Wenn man sich diese dahinrottenden Autos betrachtet, hat man das Gefühl, pro Auto mindestens hundert Motive zu sehen. Allesamt vom Fotoclub waren begeistert. Wahrscheinlich war das für Einige nicht der letzte Besuch im Autoskulpturenpark!

Viel Spass beim Bilder anschauen!

Einmal mehr World Body Painting

Nachdem ich letztes Jahr das Festival mehr oder weniger boykottiert hatte, zog es mich dieses Jahr wieder nach Kärnten!

Boykottiert deshalb, weil ich es nie und nimmer verstanden habe, warum man so eine Location wie Pörtschach den Rücken kehren kann! Direkt am See. Besser geht es nicht. Mir persönlich hat Pörtschach auch besser gefallen als Seeboden. Das Festivalgelände war zwar auch am (Millstätter) See, aber doch ganz anders. Da ich jedoch kein Hintergrundwissen habe, was z. B. Verträge mit der Gemeinde/Stadt betreffen, kann ich im Grunde nur Vermutungen anstellen. Aber es ist müßig, sich darüber den Kopf zu zerbrechen. Wahrscheinlich geht es – wie überall – ums liebe Geld.

Nach dem letztjährigen Festival hatte ich viele Bilder gesehen, die im Hintergrund Häuser, Steinmauern, Bauzäune etc. zeigten. Das geht ja gar nicht! Auch deshalb war ich gespannt, in welchem Umfeld die Foto Area eingeplant war. (Es war halb so schlimm und es kommt einfach darauf an, wie man die Sache angeht.)

Dieses Jahr war ich quasi mit einem „Frischling“ unterwegs! Wolfgang, den ich seit ca. einem Jahr kenne, hatte dieses Festival noch nie besucht. Anfangs etwas skeptisch – genau wie ich vor 16 Jahren – ging er die Sache an. Ob man denn zu seinen gewünschten Bildern kommt, gerade weil so viele Fotografen vor Ort sind. Das war eine der zentralen Fragen. „Wenn Du deine hundert Kilo bei 1,85 m Körpergröße einsetzt, kommst Du garantiert zu Deinen Bildern!“ Aber Spass beiseite: Natürlich kamen wir zu den Bildern, die wir machen wollten.

Freundlichkeit verändert eben die Welt.

World Bodypainting Festival 2018
Siegerbild beim World Bodypainting Festival Fotowettbewerb 2018 in der Kategorie „Best Bodypainting Photo“

Dass das Fotografieren Arbeit ist, merkt wohl jeder Fotograf, wenn er drei Tage intensiv der Sache nachgeht! Entsprechend platt waren wir am Abend. Trotzdem reichte es noch, mit alten Freunden nach getaner Arbeit eine Pizza essen zu gehen. Mit einem Grappa Barrique wird der Abend noch geselliger! Uta, Christian, Daniel – Danke für einen netten Abend!

Etwas enttäuscht war ich, dass man den Fluoro Award ersatzlos gestrichen hat. Das hat mir immer sehr viel Spass gemacht und die Effekte waren grandios. Warum der Wettbewerb abgesetzt wurde – keine Ahnung. Das war auch die einzige Möglichkeit, die Halterung der Schwarzlicht-Taschenlampen einzusetzen. Diese hatte ich schon mal an anderer Stelle beschrieben. Das Teil werde ich wohl in Rente schicken können…

Das World Body Painting Festival bietet nicht nur Körperkunst. Den ganzen Tag wird das Gelände beschallt! Unverständlich für mich, dass schon zur Mittagszeit eine Band auf der Bühne steht, und kein Mensch stehenbleibt und zuhört! (Oder war das nur Soundcheck?) Das ist für die Band frustrierend und der Veranstalter könnte sich Geld sparen. (Es sei denn, es ist eine Nachwuchsband, die froh ist, auf so einer Bühne spielen zu können/dürfen.) Dann kann man noch spät am Abend die Arbeit von Nachwuchsdesignern anschauen. Nach dem Musik Top Act. Spät, aber immerhin.

Es hat wie immer Spass gemacht, alte Bekannte zu treffen und sich zu unterhalten. Trotzdem muss man festhalten, dass dieses Event immer teurer wird. Das Fototicket kostet mittlerweile 189 Euro! Dazu kommt die Fahrt (und das Autofahren macht über 730 Kilometer wirklich keinen Spass mehr!) plus Hotelzimmer. Und unter Umständen auch noch Parkgebühren. Man wird ja nicht gezwungen dieses Festival zu besuchen. Deshalb ist Jammern auch fehl am Platz. Trotzdem summiert es sich!

Für Technik- Nerds: Die Aufnahmen wurden mit der Fuji X- H1 und dem XF 50- 140mm F2,8 gemacht!

Zum Schluss wie immer der Aufruf: Sollten sich Painter oder Models auf diese Site verirren und sich oder ihre Kunst erkennen – ich schicke gerne Dateien zu!

Viel Spass beim Bilder anschauen.

Hallia Venezia

Als Thomas vom Fotoclub den Vorschlag machte, doch mal nach Schwäbisch Hall zu fahren, war meine Frage: Wohin? Nur wegen der Kirche und der imposanten, steilen Treppe? Nein, nicht nur – dort wird auch venezianischer Karneval gefeiert!

Na dann, fahren wir. Und das trotz mieser Wettervorhersage. Gestartet sind wir bei relativ leichtem Regen. Die Autobahn war Gott sei Dank frei von Schnee, der allerdings in den Höhen flächendeckend zu sehen war.

In Schwäbisch Hall angekommen, gab es keinen Niederschlag mehr. Zumindest vorübergehend. Im Grunde kann mir das Wetter – fototechnisch – egal sein: Meine Fujis und die beiden Objektive, die ich dabei hatte, sind wetterfest! Persönlich schlägt mir schlechtes Wetter aber aufs Gemüt und Regen auf einer Fototour macht keinen Spass. Nicht das ich ein ausgesprochener Schönwetterfotograf wäre, aber auch mit entsprechender Kleidung macht Niederschlag beim Fotografieren keinen Spass!

HALLia VENEZIA geht offiziell sagenhafte vier Stunden! Was für ein Aufwand, für diese kurze Zeit. Die Maskenträger treffen sich bei der Henkersbrücke. Von hier beginnt um 12:00 Uhr das Laufen durch die Altstadt. Es gibt keine vorgeschriebenen Wege. Alles läuft kreuz und quer. Gegen 14:00 Uhr treffen sich die Masken oben an der Michaelskirche. Das Defilee auf der Treppe beginnt. Wieder geht es durch die Altstadt.

Mittlerweile hatten sich auch viele Fotografen eingefunden. (Trotz leichtem Regen.) Etliche packten ihre Kameras in Folien. Ich musste dabei etwas grinsen, weil ich vor ein paar Jahren die gleichen Vorkehrungen getroffen habe. Heute unterwegs mit der X-T2 und dem 50-140mm F/2.8 Zoom (beide wetterfest) bei solch einem Wetter, ist völlig problemlos!

Gegen 16:00 Uhr treffen sich die Maskenträger wieder oben auf der Treppe zum kleinen Defilee, quasi als Abschluss, bzw. Ende der Veranstaltung. Keine zwei Minuten später fing es heftig an zu schneien!

Noch ein Wort zur Treppe: Wenn man unten steht und zur Michaelskirche hochschaut, ist diese sehr hoch und vor allem steil. Bestimmt für manchen Maskenträger/in im entsprechenden Kostüm eine echte Herausforderung. Zumal die Stufen auch sehr klein sind. Zum anderen macht genau diese Treppe für uns Fotografen als Hintergrund etwas her. Selbst wenn die Masken auf der Treppe stehen. Wenn man das Glück hat und eine alleine dort ablichten kann, oder diese bittet sich so zu positionieren, dass keine andere Maske stört, dann passt das.

Schwäbisch Hall ersetzt natürlich nicht Venedig – keine Frage! Wenn man aber, so wie ich, fast nur Portraits macht, ist diese Veranstaltung auf jeden Fall eine Reise wert. Will man aber den Flair der Stadt mit all seinen Plätzen, Kirchen, Treppen oder gar Gondeln mit ins Bild einbinden, geht natürlich kein Weg an Venedig vorbei.

Da ändert auch die „250 Jahre venezianische Messe Ludwigsburg“ nichts (vom 7.- 9. September 2018). HALLia VENEZiA findet auch nächstes Jahr wieder statt. Immer acht Tage vor Rosenmontag, also am 24. Februar 2019.

Wie immer der Hinweis: Sollte sich zufälligerweise ein Maskenträger hierher verirren und sich wieder erkennen – ich schicke gerne Dateien zu.

Viel Spass beim Bilder anschauen!