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Im Münchner Untergrund

Am ersten Wochenende im Dezember fuhren Fotofreund Harry und ich nach München. Wir wollten die drei Tage eher mehr als weniger im Untergrund verbringen. Genauer gesagt: Die U-Bahnhöfe fotografieren! Die Idee dazu war schon vor längerer Zeit geboren. Aber wie das so ist, gesagt ist auch nicht immer gleich getan. Und so wird das Vorhaben nahezu vergessen. Bis eben zu diesem Wochenende im Dezember. Da sehr viele Bilder im Internet zu sehen sind, konnten wir uns die interessantesten U-Bahnhöfe im Vorfeld aussuchen. Problem: Man muss sich erstmal mit dem Fahrplan der U-Bahn vertraut machen! Ok, es war eher ein kleines Problem. Hat man erstmal gecheckt, auf was zu achten ist, ist es echt nicht so kompliziert wie gedacht. S-Bahn inklusive. Tip für Leute die das auch machen wollen: Wochenticket kaufen! Da spielt es keine Rolle, wo und wie oft man aussteigt, sich umschaut und drei Minuten später wieder weiterfährt. Länger dauert es nämlich nicht, bis die nächste Bahn kommt!

Im Vorfeld hat sich Harry um eine Fotografiererlaubnis gekümmert und auch bekommen. Mit Einschränkungen, was das Benutzen eines Statives betrifft. Das hatte ich, wie in letzter Zeit immer, natürlich wieder dabei. Als wir am Freitag nachmittag das erste mal unterwegs waren, merkte ich gleich, wie hinderlich ein Stativ werden würde! Der Grund dafür sind die ankommenden Züge mit den aus-und einsteigenden Menschen. Man muss einfach schnell reagieren, wenn man einschätzen kann, dass der Platz ohne Leute sein wird! Bis ein Stativ in so einer Situation in Position gestellt wird, ist es vorbei mit dem leeren Platz!

Deshalb habe ich mich voll auf den Stabi der Fuji GFX verlassen. Und der macht es mehr als gut. Ich bin wahrlich kein Sportschütze, konnte trotzdem teilweise auf eine Verschlusszeit von 1/15 runtergehen!

Das Plakativste was man im Untergrund von München fotografieren kann, ist wohl der Marienplatz! Komplett in orangene Kacheln gehalten. Sehr spektakulär! Nicht weniger interessant ist die Station vom Westfriedhof. Riesige Lampenschirme mit verschieden farbigen Licht erhellen- na ja, eher weniger, die Station.
Nach anderthalb Tagen ist man in Grunde durch mit den U-Bahnhöfen. Deshalb blieb uns auch noch die Zeit, das BMW Gelände mit Museum zu besuchen. Da staunt man erstmal, wenn man kein Eintritt bezahlen muss! Und kann sich wunderbar an Archtitekturfotografie probieren.

Ist mal schon mal in der Gegend, ist das altehrwürdige Olympiastadion gerade mal 15 Minuten Fußweg entfernt. Auch dort gibt es unzählige Motive zu fotografieren. Vielleicht beim nächsten mal, wenn es nicht so kalt ist. Auf dem Rückweg kamen wir am Olympiadorf vorbei. Der erste Eindruck auf mich: Was ist das für eine abgefuckte Siedlung! Aber…Mea Culpa-Asche auf mein Haupt! Was ich nicht wußte, es ist ein Studentendorf. Über 1000 Minihäuser stehen auf engstem Raum, jeweils knappe 19 Quadratmeter klein. Diese stehen zwischen Tennisplätzen und Olympiahochhäusern. Und jetzt kommts: Jeder Bewohner darf sein Haus farblich gestalten. Ganz so wie er/sie es will. Ein heilloses farbliches Durcheinander. Genau das hat es für mich aus der Ferne so caotisch aussehen lassen. Diese Häuser scheinen sehr begehrt zu sein. Kosten sie doch erheblich weniger Miete, als Wohnraum in München. Dass ich die Bilder trotzdem in schwarz-weiß zeige, hat mit persönlichem Geschmack zu tun.

Natürlich waren diese zwei Tage viel zu kurz um München zu fotografieren. Aber als kleines Zubrot waren BMW, Olympiastadion bzw. Olympiadorf ein Kurzbesuch wert.
Ach ja, beinahe hätte ich es vergessen. Wer immer auch die Station „Theresienwiese“ geplant oder gestaltet hat, muss ein BVB Fan gewesen sein! Und das in Bayern.

Viel Spass beim Bilder anschauen

Vun Allem Ebbes

Die Überschrift ist auch ein wenig Sprachkultur! Manche sagen auch Dialekt dazu. Allen Pfälzern, Kurpfälzern, oder auch Menschen die aus dem Hessischen kommen, dürfte der Spruch geläufig sein.

Für alle, die es nicht verstehen: Von Allem etwas!

Ich hätte auch die Überschrift „Sammelsurium“ wählen können. Dieser Beitrag enthält viele unterschiedliche Themen. Über Technik, Architektur geht es zur Natur, Portrait und – wer es so sehen mag, zur Kunst! Im Laufe der Zeit hat sich zu den oben genannten Themen einiges angesammelt. Jedes Bild steht für sich. Für eine kleine Serie für diese Site reicht es nicht. Deshalb: Vun Allem ebbes!

Technik findet man immer auf einem Schrottplatz! Schon zu Analogzeiten hat es mich immer wieder gereizt dort zu fotografieren. Hat schon mal jemand versucht den Betreiber von einem Schrottplatz zu überzeugen, dass man nur wegen den Motiven dort fotografieren will? Dass es einen Fotografen interessiert, wenn Blech, Lack ect. nicht mehr in der ursprünglichen Form ist. Es kommt einem Nichtfotografen selbstverständlich nicht in den Sinn, dass man dort interessante Aufnahmen machen könnte. Der Hintergedanken der Betreiber ist wahrscheinlich der, dass hier jemand ist, der evtl. Verunreinigungen des Bodens dokumentieren will. Anders kann ich mir nicht die vielen negativen Bescheide erklären. Aber es geht auch anders. Nicht weit von meinem Heimatort entfernt, konnte ich auf einem Schrottplatz fotografieren! Wegen den vielen Absagen seiner Mitbewerber konnte er im Grunde nur lachen. Zitat: Hier kommen sogar Hochzeitsfotografen mit den Paaren vorbei! Auch eine gute Idee. Hochzeitspaar vor verbeultem Blech!

Fasziniert war ich von dem Greifarm eines Baggers, der in Ruhestellung in einem Container zu sehen war!

Eine ganz andere Technik gibt es in Mannheim zu sehen. In Form eines Kraftwerkes! Bei entsprechendem Wetter, sind die abendlichen Farben fast interessanter als die Technik. Aber der Gesamteindruck macht das Bild aus. Wenn man die Rheinfähre Mannheim Altrip benutzt, ist man ruck-zuck in der Pfalz! (Das nur am Rande)

Die Neckarstaustufe in Hirschhorn ist es auch wert, fotografisch beachtet zu werden!

Neue Objektive ergeben neue Bilder! Meist sind es dann zuallererst Portraits. Die drei, die man hier sieht, sind meines Erachtens so gut gelungen, dass man diese auch zeigen kann.

Unter anderem sieht man hier Aufnahmen vom Kloster Maulbronn, vom Steinbruch in Dossenheim (Ich war komplett begeistert von der Farbigkeit der steilen Wand!), von der Deckenkonstruktion des Kaufhofes in Berlin…

Ich möchte hier nicht jedes Bild kommentieren! Aber auf die letzten drei Aufnahmen verweisen. Die laufen bei mir unter Kunst! Die Bildbearbeitung läuft jedoch komplett gegen meine Einstellung zur Fotografie! Erst kauft man hochauflösende Kameras und Objektive um danach die Datei derart zu strapazieren, dass man meint, das Bild ist durch einen Flaschenboden entstanden! Aber egal, das Ergebnis, obwohl sehr düster, finde ich sehr interessant. Und gedruckt auf A2 macht das richtig was her!

Was meint Ihr dazu?

Viel Spass beim Anschauen der Bilder!

Ostseebilder

Ich muss zugeben, mittlerweile bin ich ein echter Fan der Ostsee. Nach dem mittlerweile elften Besuch im Osten Deutschlands, kann ich das für mich behaupten.

Zuerst kommt der tolle Erholungswert. Zugegeben, nach der langen Anfahrt brauch man den auch! Dann die leckeren Fischbrötchen. Ich bevorzuge Bismarck, meine Frau eher die Matjesbrötchen. Dazu die Braukunst ansich: Ein Störtebecker Pils! Dann ist die Welt, zumindest für eine Weile, wieder schwer in Ordnung! Ewige Strandspaziergänge, Strandkorbsitzen, mitgebrachten Sekt darin genießen, was brauch man mehr? Klar, gutes Wetter! Und das hatten wir zumeist auch.

So wie dieses Jahr auch wieder in Zingst. Ich besuchte zum zweiten Male das Umweltfestival Horizonte Zingst. 2018 war ich sehr angetan von diesem Event. Schon damals dachte ich mir, dass ich bestimmt nochmal herkommen würde. Wie jedes Jahr gab es auch diesmal ein Thema: „Food“.

Anfänglich komnnte ich diesem Thema fotografisch rein gar nichts abgewinnen. Aber Asche auf mein Haupt, nach der ersten Ausstellung hatte ich eine ganz andere Meinung darüber. Das Thema war so weit gesteckt. Es ging vom Leerfischen der Meere, vom Verarbeiten der Fänge direkt auf den Schiffen, bis zum Versprühen vom Unkrautvernichtungmittel Glyphosat. Diese Bilder machen ersteinmal sprachlos.

Paplo Piovano hat im Norden Argentiniens Aufnahmen gemacht. Dort wird diese Chemikalie seit zwanzig Jahren intensiv eingesetzt. Er zeigt die Geschichte der dort lebenden Menschen, wo seit Jahren die Krankheiten und Missbildungen massiv zunehmen. Eine klassische SW Reportage-vom Feinsten!

Jan von Holleben zeigt Bilder zum Thema „Zucker“. Bisweilen heiter-lustige Aufnahmen. Aber jeder weiß, dass Zucker nicht gut für den menschlichen Körper ist.

Dann zeigt noch Georg Steinmetz seine sensationellen Aufnahmen zu diesem Thema. Viele seiner Werke erinnern mich an Andreas Gursky. (Das ist nur meine Wahrnehmung.) Solche Bilder zu dem Thema „Food“ habe ich noch nie gesehen!

Am Anfang schrieb ich mit Begeisterung, wie toll ein Bismarckhering doch schmeckt. Wenn man die vielen Ausstellungen besucht hat, stellt sich die Frage, ob man das überhaupt noch essen sollte. Lebewesen verkommen zur Ware. Respektlos und ohne jeglichen Skrupel werden weltweit Millionen von Tieren zu Essen für den Menschen verarbeitet. Alleine das Wort „verarbeitet“ verbietet sich in diesem Zusammenhang!

Zu meiner Fotografie an der Ostsee. Immer wenn ich vor Ort bin, war bisher meine Frau dabei. Gut so. Wie ich schon an anderer Stelle geschrieben habe, mache ich da einen großen Unterschied, wenn es um Fotografie geht. In so einer Konstellation nehme ich im Vorbeigehen mit, was sich bietet. Doch eine Sache lag mir am Herzen. Im Oktober letzten Jahres war ich auch schon in Zingst. Bei einem der vielen Strandspaziergänge fiel mir auf, wie unterschiedlich die Buhnen sind. Buhnen sind Bauwerke, die dem Küstenschutz dienen; sie werden senkrecht zum Strand in das Meer gebaut. Viele dieser Buhnen sind vom Wasser, Wind, Wellen und Sand auseinander gesprungen. Tausendfach in Langzeitaufnahmen fotografiert. Auch ich habe das schon gemacht. Einige die nicht so stark vom Meerwasser umspühlt werden, zeigen eine interessante Struktur an der Schnittstelle/ Querschnitt. Genau diese Struktur habe ich mir zur Aufgabe gemacht. Habe ich mich im Oktober noch mit der X-Pro3 und ohne Stativ versucht, kam jetzt die GFX-100S mit Stativ zum Einsatz. Die einzige fotografische Sache, die ich mir in diesem Urlaub vorgenommen hatte.

Ganz gespannt, wie wohl mein Epson P900 mit dieser Aufgabe fertig werden würde, habe ich dann zu Hause sofort die Buhnenbilder gedruckt. Und habe wieder etwas gelernt! Wenn man mit einer hochauflösenden Kamera fotografiert und feinste Details (bei meinen Bildern Sandkörner) im Bild hat, mindestens auf DIN A2 drucken! DIN A3 macht da keinen Sinn – man sieht die feine Struktur der Sandkörner nicht! Es sei denn, man macht einen entsprechenden Crop. Von den drei zu sehenden Buhnenbildern ist nur das Mittlere mit der GFX gemacht. Die meisten Monitore zeigen eh nicht die Qualität, die eine GFX zaubert!

Die Sonnenuntergänge sind tatsächlich im Oktober in Zingst gemacht. Licht, wie im Süden Europas! Die drei Aufnahmen von der leerstehenden Tankstelle – da musste ich einfach anhalten und fotografieren! Die Bilder sind in Tonality Pro bearbeitet. Ein Freund sagte mir, dass das Gebäude mittlerweile abgerissen ist.

Es gibt auf Usedom ein absolutes fotografisches High Light: Wenn man aus Richtung Anklam auf die Insel fährt, sieht man kurz vor der Brücke eine ziemlich trostlose Baumlandschaft. Viele abgestorbenen Bäume stehen im salzigen Brackwasser. Aber aufgepasst, es ist nicht ungefährlich hier zu fotografieren. Man steht direkt an der vielbefahrene Straße, mit sehr wenig Platz. Geschätzt einen Meter und man steht im Wasser. Bild eins und 34 zeigen, was man dort machen kann!

Im Oktober haben wir tausende (Ich übertreibe nicht!) Kraniche auf Feldern in der Nähe von Hermannshof gesehen. Auch haben wir eine Bootsfahrt gemacht, um den abendlichen Einflug der Kraniche zum Großen Kirr zu beobachten. Ein besonderes Schauspiel. Letztes Bild. Überhaupt, wenn man dabei so einen Sonnenuntergang hat, wie wir es erlebt hatten!

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Magnolien Zauber

Die Magnolienblüte ist für mich der erste richtige Frühlingsbote.

Schon aus dem Grunde, weil man so einen Baum oder Strauch wegen der Blütenpracht nicht übersehen kann! Es gibt über 200 Magnoliengewächse, die allesamt aus Asien oder Amerika stammen. Die Gattung wurde nach dem französischen Botaniker Pierre Magnol (1638-1715) benannt. Einige der Arten sind sehr beliebte Ziergehölze. Ich wage mal zu behaupten, dass es in jedem Tierpark, Zoo oder auch Garten mit Publikumsverkehr, ein Magnolienbaum zu bewundern gibt. Wobei die Tulpenmagnolie wahrscheinlich die verbreiteste ist. Als Fotograf sollte man den richtigen Zeitpunkt des Fotografierens nicht verpassen! Die wahre, reine Pracht der Blüten hält nicht lange an. Schon nach einer Woche Blüte, zeigen sich die ersten braunen Flecken auf der Pflanze. Was den sauberen Eindruck eines Blütenbildes empfindlich stören kann. Es sei denn, man will verblühte Blüten fotografieren.

Im Nachbarort Nussloch steht so ein Prachtexemplar. Als ich letztes Jahr vor Ort war und fotografierte, erzählte mir eine Frau die gerade vorbei kam, dass sie schon als Kind auf diesem Baum geklettert wäre. Jetzt war sie selbst mit ihrem etwa fünfjährigen Kind unterwegs. Kaum jemand, der vorbeiläuft und nicht das Handy aus der Tasche nimmt und mindestens ein Bild davon macht.

Auch in Weinheim im Hermannshof steht so ein Magnolienbaum. Allerdings wesentlich ausladender. Kein Stamm, sondern kreuz und quer gewachsen. Im Durchmesser mindestens zehn Meter. Eine Vielzahl an Blüten, die aber nicht in der Farbe so spektakulär sind. Leider, aus Sicht des Fotografen, nur weiß.

So ein Magnolienbaum bietet sich geradezu an, mit offener Blende zu arbeiten. Vorder-/Hintergrund macht Bild gesund. Abgedroschen, aber der Spruch, wer den auch immer als erster gebracht hat, stimmt immer noch. Hat man sich eine Blütenkonstellation ausgeguckt, kann man den Schärfebereich des Objektives durchlaufen lassen. Die Bildbeispiele vier, fünf und sechs sind geradezu beispielhaft dafür, dass ein Standpunkt völlig verschiedene Bilder entstehen läßt. In diesem Falle drei. Wenn man die Naheinstellgrenze des Objektives bei solch einer Situation ausreizen kann, um so besser. Mein Fujifilm 2,8 50-140mm zaubert bei Blende 2,8 ein traumhaftes Bokeh! Zumindest empfinde ich das so. Selbstverständlich gibt es eine Reihe von Objektiven, die das auch können.

Mein persönlicher Favorit ist Bild Nummer sieben. Aufgenommen mit der GFX-R und dem 5,6 100-200mm. Nicht gerade ein lichtstarkes Objektiv. Da allerdings spielt das kleine Mittelformat das Potenzial der Freistellung aus. Da ich bei solchen Aufnahmen gerne Tonality Pro bemühe, kommen dann solche Ergebnisse heraus. Ich wiederhole mich gerne, wenn ich auf das Thema Drucken komme: Das Bild zu Ende denken!

Zitat von Karin Rehn-Kaufmann: Artdirector und Generalbevollmächtigte Leica Galerien International

Nur ein gedrucktes Bild ist ein Bild! Der Rest sind Daten.“

Wie recht sie hat!
In diesem Falle auf Hahnemühle Photo Rag 308.

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Medienhafen, Innenhafen…

Anfang November 2021 machten sich vier Leute vom Sandhäuser Fotoclub, plus einem „Gast“, auf den Weg nach NRW. Einen Kurzfototrip zum Medienhafen nach Düsseldorf. Die Fahrt dorthin schafften wir ohne Zeitverzögerung. Erwähnenswert, weil das heutzutage nicht mehr so selbstverständlich ist. Eine nahgelegene Tiefgarage verschaffte uns weiteren Zeitvorteil, sodass wir sofort mit dem Fotografieren loslegen konnten. Mein Stativ mitzunehmen ist für mich mittlerweile kein Handicap mehr. Seit ich mit der GFX fotografiere, gehört das Teil automatisch mit dazu. Wichtig: Es hat nicht geregnet! Zum einen ist es für die Aufnahmen nicht förderlich, zum anderen zieht mich Regen gemütsmäßig ziemlich runter. Grundsätzlich. Erst recht, wenn das Fotoziel mehrere Stunden Autofahrt entfernt ist! Die Wolkendecke war schon sehr dicht. Anfänglich. Gegen Mittag wurde es dann heller. Aber wie gesagt: Mit Stativ ist das völlig egal ob ich 1 Sekunde belichte, oder 1/60. Das Bildergebnis entschädigt für die Schlepperei.

Zu den Motiven. Vermutlich kennen viele die drei „tanzenden Türme“ am Anfang des Hafens. Auch unter „Neuer Zollhof“ bekannt. Es scheint, als hätte man glänzende Kacheln oder Alufolie als Fassade benutzt. Je nach Perspektive und Tageszeit färbt sich diese immer wieder aufs Neue anders! Der Architekt Frank Gehry stellte diese Gebäude 1999 fertig. Übrigens ist er auch verantwortlich für den Entwurf des Guggenheim Museums in Bilbao. Dann gibt es ein Gebäude namens Colorium. Erbaut von einem britischen Architekten. 62 Meter hoch und ist das markanteste Gebäude im Düsseldorfer Medienhafen. Die Fassade besteht aus 2200 Glaspaneelen, die mit bunten geometrischen Flächen gestaltet sind. Das oberste Geschoss des zweithöchsten Gebäude im Hafen ragt weit bis ins Hafenbecken hinaus und ist nachts beleuchtet. Auch die zwei Türme des Hyatt Regency Hotels sind sehenswert. Für mich persönlich aber ist die Treppe zwischen den Türmen DAS fotografische Highlight im Medienhafen! Man muss schon etwas Geduld aufbringen, um diese Location menschenfrei fotografieren zu können! Aber das Warten lohnt sich definitiv! Nach einer guten Pizza machten wir noch Nachtaufnahmen. Hier allerdings in Schwarz-weiß zu sehen! (Ich habe vorher noch nie Nachtaufnahmen nach SW konvertiert)

Am selben Abend ging es noch weiter nach Duisburg ins Hotel Campanile. Von Thomas sehr gut ausgesucht und gebucht. Danke dafür! Man geht quasi die Tür raus und ist schon am Wasser des Innenhafens. Wir hatten uns vorgenommen, wenn man schon mal hier ist, die Ausstellung von Andreas Gursky in der Küppers-Mühle, Museum für Moderne Kunst, zu besuchen. Über seine Werke läßt sich natürlich unter uns Fotografen trefflich streiten! Dazu etwas später. Der Weg zum Museum geht etwas mehr als einen Kilometer am Wasser entlang. Auch da gibt es sehr viel abzulichten. Zum Beispiel alte Industriekultur in Form von alten Kränen vor moderner Architektur. Aber auch direkt vor der Fassade eines Hauses! Oder der sehr moderne Bürokomplex „Five Boats“. Gegenüber ist das jüdische Gemeindezentrum Duisburg. Beim unverputzte Stahlbeton kommt die Vermutung auf, es handelt sich hier nur noch um Fragmente eines Gebäudes. Aber weit gefehlt. Am interessantesten scheint die Architektur mit einem Blick von oben. Aber wer hat den schon? Im Museum selbst gibt es zwei sensationell gestaltete Treppenhäuser! In Beton gegossen. Man sieht sogar die Spuren der Einschalung. Um es nicht so kalt aussehen zu lassen, hat man das ganze mit einer hell-orangenen Farbe gestrichen. Leider hat man uns verboten, die Stative mitzunehmen. Schade!

Am nächsten Tag ging es zu Tiger&Turtle. Diese Großskulptur steht auf der Heinrich-Hildebrand-Höhe im Angerpark in Duisburg. Das begehbare Kunstwerk von Heike Mutter und Ulrich Genth, ist im Rahmen der Kulturhauptstadt 2010 entwickelt worden. Aber hier war jegliche Geduld sinnlos! Es gab keine Chance, das doch sehr große Teil ohne Menschen abzulichten. Schon nervig. Aber, da machste nix! Vielleicht sollte man nochmal hierher kommen. Dann abends, wenn das beleuchtet ist. Bei einer Langzeitbelichtung kann man eventuell die darauf laufenden Menschen eliminieren.

Am Ende der drei Tage besuchten wir noch in Essen die Zeche Zollverein. Die beste Gelegenheit, meinen Sohn zu treffen, der in Essen wohnt. Das hat auch geklappt. Der Besuch war relativ kurz, weil es nach drei Stunden doch noch angefangen hat zu regnen. Das war dann auch der Startschuss für die Heimfahrt. Beim nächsten Besuch in Essen werde ich mir mehr Zeit für den Zollverein nehmen.

So, jetzt nochmal zu Andreas Gursky. Die Idee, hierher zu fahren, war schon vor längerer Zeit geboren. Ich sah bei Youtube eine Reportage über den Fotografen. Er machte Aufnahmen von einer Kaue. Wikipedia erklärt das so: Vor Schichtbeginn zieht sich der Bergmann in der Weißkaue aus, hängt seine Privatkleidung auf den Weißhaken und zieht diesen hoch. Dann geht er nackt zur Schwarzkaue und zieht seine Arbeitskleidung, die ebenfalls auf einem Haken an einer Kette hängt, an. Nach getaner Arbeit geht dieser Ablauf andersherum, dann allerdings mit Benutzung der Brausen. „Kaue“ – Diesen Begriff hatte ich vorher noch nie gehört. Aber was für ein Motiv! (Das Bild war in der Ausstellung zu sehen) Sowas wollte ich auch mal fotografieren. Bevor wir diese Tour hierher unternommen hatten, recherchierte ich und kam auf kein für uns positives Ergebnis. Kein Einlass wegen Umbau, Kaue geschlossen oder halt Corona bedingt. Also keine Aufnahme á la Gursky? Der bestbezahlte Fotograf der Welt (z.B. „99CentII“ wurde für 3,3 Mio. Dollar verkauft. RheinII für 2,2 Mio.) macht auch minimalistisch Bilder. Wie eben RheinII oder das Bild mit dem Bauhaus Schriftzug. Nur um zwei zu nennen. Nach dem Ausstellungsbesuch motiviert, versuchte ich mich an Gursky-Adaptionen! Bitte, nicht verkehrt verstehen! Ich will nicht anmaßend sein. Aber probieren kann man das ja mal. Meine Interpretation von Gursky Aufnahmen sieht man in den letzten drei Bildern meiner kleinen NRW-Serie. Vielleicht auch der Anstoß für eine Diskussion.

Viel Spass beim Anschauen der Bilder!

MAIK

Das ist Maik! Vor mehr als zwei Jahren, also vor Corona, fuhr ich meinen Enkel Luca manchmal zum Boxtraining nach Walldorf. Nach Hause fahren lohnte nicht. Deshalb blieb ich vor Ort und schaute beim einstündigen Training zu. Gegen Ende der Stunde kamen so nach und nach die älteren Jahrgänge zu ihrem Training. Schon beim ersten Zuschauen, und das war nur das Warmmachen, dachte ich, dass diese Sportart es doch wert wäre, fotografisch zu begleiten. Da fiel mir Maik auf. Ein Typ mit Bart und zu dieser Zeit mindesten vierzig Kilo schwerer! Mittlerweile weiß ich, dass Maik nicht nur Boxer ist, sondern auch die ein oder andere Kampfsportart betreibt. Definitiv kein Typ, mit dem man in Streit geraten mag! Es dauerte noch eine Weile bis ich ihn fragte, ob er denn an Bilder Interesse hätte. Die Zustimmung kam quasi spontan. Ja, und dann…. dann kam Corona! Wie jeder weiß, lag folglich jede sportliche Aktivität, die in einer Halle stattfand, auf Eis! Allerdings auch meine, was das Fotografieren von Maik betraf.

Im Sommer 2021 gingen die Ansteckungen und Inzidenzen weiter zurück. Ich erinnerte mich auf das Vorhaben in Walldorf und kontaktierte Maik. Nach zwei Terminverschiebungen kam es Anfang September zum ersten Shooting. Mein Auto war komplett mit Stativen, Blitzköpfe und Softboxen beladen. Ich kannte zwar die Lokalität. Aber wie ich das Licht stellen, oder platzieren konnte, war mir nicht so recht klar.

Ausprobieren konnte ich vorher nicht. Aber alles halb so schlimm! Die ersten Bilder waren Portraits mit dem Ringlicht. Nach wie vor fasziniert mich der Effekt in den Augen. Nach drei Stunden hatten wir einige Einstellungen und Posen abgehakt und verabredeten uns für zwei Wochen später zum nächsten Shooting. Da entstand dann für mich das beste Bild: Bandagierte Hände, freier Oberkörper und Rückenansicht! Dazu die Tätowierungen. Und das mit nur einer Lichtquelle!

Als klar war, dass ich Maik fotografieren würde, machte ich mir natürlich Gedanken, wie die Aufnahmen auszuschauen hätten. Ich erinnerte mich an die Autorin Dr. Martina Mettner, die vor einigen Jahren in dem von mir hochgeschätzten Magazin Fine Art Printer, einen Artikel über erfolgreiche Fotografie schrieb. Ergebnis: Gute Fotografie gibt es nur, wenn man ein Konzept erarbeitet, bzw. einen Plan hat, was man wie fotografieren will!

Was auf jeden Fall Sinn macht. Einfach den Fotoapparat umhängen und beim Spazierengehen hoffen, dass einem was fotografisch Reizvolles über den Weg läuft…. Kann passieren! Das habe ich natürlich auch schon gemacht. Wer nicht? Aber wesentlich besser wird die Bildausbeute, wenn man sich ein Thema überlegt und auch entsprechend angeht. Die interessanten Motive kommen nicht von selbst an die Tür und klingeln. Da muss man schon aktiv werden und rausgehen!

Viel Spass beim Bilder anschauen!

Bücher von Blurb

Bücher selber gestalten!

Weihnachten 2020 kam Sohn Florian mit Familie mal wieder zu Besuch! Auch wenn der 24. Dezember nicht ganz so dick bei ihm im Kalender gekennzeichnet ist, gibt es an diesem Tag das ein oder andere Geschenk. Alleine der Enkel-Kinder wegen. Für mich gab es ein selbst gestaltetes Buch von Island. Ich habe schon öfter erwähnt, das Sohn Florian zu 98 % fotografisch in Schwarz-Weiß unterwegs ist. Ganz nach dem Motto von Peter Lindbergh: „Was so bemerkenswert an der Schwarz-Weiß Fotografie ist, ist wie sie das Gefühl von Realität zum Vorschein bringt!“ Soweit so gut. Beim Durchblättern war ich hin und weg ob der Qualität des Druckes und vor allem der Oberfläche des Papiers! Da ich bekanntlich selber Hersteller von Fine Art Drucken bin, hat mich diese Oberfläche, genannt „Eierschalenstruktur“ komplett abgeholt! Ich hatte natürlich schon ein Buch über Island, Namibia, Body Painting machen lassen, aber dieses Buch, in dieser Machart, übertraf alles, was ich bisher gesehen hatte! Also, wenn ihr Bücher gestaltet habt, bei White Wall, XXL oder unzähligen anderen Hersteller, für mich ist Blurb jetzt die erste Wahl! Und das ist ganz alleine meine Meinung. Ohne Bezahlung dieser Firma oder anderen Vergünstigungen.

Auf Island zurückzukommen… Island ist für mich Farbe. Natürlich habe ich Island nochmal aufgelegt. Diesmal mit „Eierschalenstruktur“. Mein Eindruck: Besser geht es nicht! Das erste Island-Buch hatte ich bei XXL machen lassen. Ist ok. Blurb aber ist sensationell! Leute, die das neue Buch in den Händen hielten meinten: “Wie aus dem Buchladen!“ Absolut professionell. Genau so beim Buch Body Painting, Namibia, Basler Fasnet. Und ganz aktuell das Buch der „Alten Schätze“ – meine Jazzbilder!

Fotos des Jazz-Buches

Man muss allerdings sagen, dass die Sache nicht billig ist. Wenn ich ein Buch mit dem Umfang von Island bestelle, Seitenzahl 230, kostet das ca. 250 Euro! Das ist dann die Version Leineneinband mit Buchumschlag Format 28 x 33 cm.

Erstellt habe ich das Ganze sehr komfortabel mit Lightroom. Selbstverständlich kann man sich auch eine Software von Blurb runterladen. Man braucht kein Lightroom dafür. Natürlich macht Blurb auch Angebote. Dann gibt es zwischen 25 und 35 % Rabatt für ein Buchprojekt! Wäre auch gut, wenn man dann so ein Projekt fertig gestaltet hat, um dann auch gleich zu bestellen. Aber auch nach Abzug von den Prozenten ist das Buch immer noch so teuer, dass es kaum jemand in Erwägung zieht, sowas zu kaufen. Sammler vielleicht. Aber dafür ist der Name Ziegler nicht bekannt genug. Ich selber ertappe mich dabei, bei Bücher, die mehr als 60 Euro kosten, das länger zu überdenken, ob ich das dann kaufen werde. Bei Peter Lindbergh muss ich nicht lange überlegen… Bei Salgado auch nicht. Aber dann….

Fotos des Namibia Buches

Foto des Namibia Buches

Wir sind jetzt bei dem Punkt, wo einige sich fragen, warum druckt er seine Bücher nicht selbst? Berechtigte Frage. Es gibt natürlich von vielen Firmen ebenso viele Möglichkeiten so ein Buchprojekt zu fertigen. Wenn man sich da durchgekämpft hat, bleibt Ernüchterung. Ganz einfach, weil vieles richtig teuer ist. Beispiel: Hahnemühle Lederalbum „Red Stich“ 30 x 30 Einband kostet ca. 85 Euro. Wohlgemerkt nur der Einband! Was wäre der Einband ohne das zu bedruckende Papier? Hahnemühle Photoshop Rag Duo satte 90 Euro für 20 Blatt. Man kann diese Blätter zwar beidseitig bedrucken, hat aber dann trotzdem erst 40 Bilder. Zugegeben, das beschriebene Lederalbum sieht schon verdammt edel aus. Ich weiß das, weil ich vor Jahren mir genau dieses gekauft habe. Und jetzt kommt eine glückliche Fügung in Gestalt meines Sohnes und legt mir ein Buch vor, wo man einfach nicht nein sagen kann, bei dem alles, worauf man als Drucker wert legt, zusammenkommt.

Stapel von Blurb Büchern

Jetzt muss man natürlich mit so einer Aussage vorsichtig sein. Weil alles was ich bisher geschrieben habe, ganz alleine meine Meinung ist. Wie man weiß, gibt es viele unterschiedliche Meinungen zu einer Sache. Stand heute macht Blurb genau das Buch, wie ich es mir vorstelle!

Blurb hat auch ein Format Zeitschrift im Programm. Verhältnismäßig günstig zu erwerben. Papier und Druck ist nicht ganz so hochwertig, wie bei den Büchern. Aber immerhin noch so gut, um einfache Projekte umzusetzen. Oder einfach zu sehen, wie Bilder im Zeitungsdruck wirken.

Mein Sohn Florian hat schon mehrere solcher Zeitschriftenprojekte umgesetzt. Vor allem „Diamonds in the Rough“ fällt da auf. In Essen gibt es einen Wrestling-Akademie. Vor der Corona Pandemie gab es dort alle vier Wochen eine Veranstaltung, wo er fotografierte. Entstanden ist daraus eine Zeitschrift mit dem entsprechendem Titel. Sensationelle Aufnahmen! Für mich nicht nachzuvollziehen, wie man mit einer Leica M bei so einer Sportart scharfe Bilder produzieren kann! Wahrscheinlich… Übung macht den Meister! Das Teil ist zum Selbstkostenpreis von 25 Euro direkt bei Blurb zu beziehen.

Und wie ihr sehen könnt, sind mein Sohn und ich in allerbester Gesellschaft!

Selbstgestaltete Bücher im Bücherregal

Bilder Stacken

Mein neues Betätigungsfeld in der Fotografie.

Wie ich schon hier beschrieben habe, machen die modernen Kameras diese Technik erst möglich! Zuerst habe ich das in der Landschafts-, später dann auch bei der Architekturfotografie ausprobiert. Das funktionierte recht gut. Auch mit Photoshop. Da brauch man- je nach Brennweite- auch nicht so viele Bilder. Angefixt durch meinen Fotokumpel Wolfgang, der das Stacking sozusagen exzessiv betrieben hat. Mit Abbildungsmaßstäben von bis zu 40:1!! Da sieht man ohne Probleme die Öffnung des Giftstachels einer Wespe. Aber die Technik für diese Art der Fotografie ist sehr komplex. Da traut man sich kaum zu atmen, während der Schrittmotor das Motiv in 1/100 mm Schritten zur Kamera bewegt. Die kleinste Erschütterung macht das Ergebnis unbrauchbar.

„Fokus Stacking beschreibt einen digitalen fotografischen Prozess, bei der eine Kamera mehrere Aufnahmen mit verschiedenen Schärfeebenen aufnimmt. Diese werden dann mit geeigneter Software zu einem Bild zusammengefügt“

Soweit will ich die Sache nicht betreiben. Mir reicht der 1:1 Maßstab. Das ist Herausforderung genug. „Alter Hut“ mögen manche meinen. Aber für mich ein neues Betätigungsfeld innerhalb der Fotografie! Und sehr interessant. Meine Fuji X-PRO 3 hat die neuere Software im Bereich Bracketing. Ich fokussiere den nähesten Bereich des Motivs an, der zur Kamera zeigt, fixiere diesen mit dem OK Button an der Kamera. Dann den Endpunkt des Motivs, wo die Schärfe aufhören soll. Die Kamera errechnet anhand der eingestellten Blende und der Brennweite des Objektivs, wieviele Bilder sie machen muss, um das Motiv scharf abzubilden. Mein erster Versuch mit ca. 35 Aufnahmen habe ich mit Photoshop probiert. Was für ein Reinfall! Es ist mir völlig fremd, dass mein I Mac die Arbeit einstellt! Am Arbeitsspeicher kann es auch nicht liegen, da 40 GB zur Verfügung stehen. Auf jeden Fall ging gar nichts mehr. Sehr wahrscheinlich ist das Programm für so viele Bilder nicht ausgelegt. Ein neuer Versuch ging auch schief. Mein Freund Wolfgang hat mir dann die Bilder zusammengefügt. Und ich war begeistert. Auch von der Abbildungsqualität des 80mm Makro Objektives von Fuji! Ok, ich habe in den sauren Apfel gebissen und mir Helicon Focus dann doch gekauft. Nicht billig, aber ein absoluter Spezialist fürs „Bilderstapeln“. In einer Geschwindigkeit, da geht man noch nicht mal weg um sich einen Kaffee zu holen. Toll!

Es gibt ein paar Eistellungen, da muss man sich durcharbeiten. Aber auch nichts, wo man sich fürchten muss!
Das Erscheinungsbild des Helikon Fokus ist etwas… altbacken. Ja, das ist der richtige Ausdruck dafür. Eine Überarbeitung, bzw. einen moderneren Anstrich täte dem Auftritt ganz gut. Das ist alleine meine persönliche Meinung und hat natürlich nichts mit dem Ergebnis zu tun. Das ist sehr gut. Ein stabiles Stativ ist Pflicht. Alle Aufnahmen habe ich zu Hause gemacht. Kein zusätzliches Licht. Nur was der Tag so zum Fenster rein brachte! Und verschieden grüne Hintergründe. Ein Tip noch: Am Anfang habe ich richtig Lehrgeld bezahlt. Ich habe unterschätzt, dass ein Laminatboden heftig schwingt!! Gift für solche Technik. Sitzen oder stehenbleiben. Oder den zehn Sekunden Vorlauf einstellen und aus dem Zimmer gehen.

Manchmal kommen auf den Bildern Dinge zum Vorschein, die man mit bloßem Auge nicht sieht. (Wenn man in meinem Alter ist, kann das schon mal vorkommen!) So z.B. eine kleine Blattlaus. Den Ausschnitt zeige ich bei 100 Prozent. Was natürlich auch spektakulär aussieht, ist die noch verschlossene Mohnblume. Ein haariges Gewächs mit Fantasiegesicht. Die meisten Bilder die ich hier zeige, kommen mit ca. fünfzig Aufnahmen zum Erfolg. Beim Ausschnitt der Dalienblüte waren es immerhin schon 100 Auslösungen. Was natürlich noch steigerbar wäre. Helicon Focus hat keine Probleme damit. Wie ich schon sagte: Weiter im Maßstab als 1:1 möchte ich nicht gehen. Das ist mir nah genug!

Viel Spass beim Anschauen der Bilder.

Alte Schätze II: Karate

Der Begriff Kata stammt aus der japanischen Kampfkunst und bezeichnet die detaillierte Festlegung von Bewegungsabläufen.Diese werden durch üben und anwenden so weit zur Routine und verinnerlicht, dass sie ohne nachzudenken quasi reflexartig ausgeführt werden.

So weit so gut. Wenn das gelingt, kann man davon ausgehen, das derjenige in seiner gesamten Freizeit nichts anderes macht, als Karatetraining! Ein ganz feiner Sport. Auch die Philosophie die dahinter steht!
Natürlich gibt es auch Wettkämpfe im Kata- Laufen. Die meisten Bilder entstanden bei so einem Leistungsvergleich.

Die Aufnahmen stammen aus einer Zeit, wo ich mich vom Knipsen weg, und hin zum fotografieren bewegt habe. (Bilde ich mir zumindest ein.) Allesamt natürlich analog mit meiner Canon F1 aufgenommen. Ein Freund, der zur damaligen Zeit diesen wunderbaren Sport nachging, nahm mich zu einem Wettkampf mit. Weil ich nicht so recht wußte was mich erwartete, nahm ich meine ganzen Objektive mit. Was aus heutiger sicht natürlich Quatsch ist. Man beschränkt sich auf ein- zwei Objektive und fertig! Auf der Fahrt zum Wettkampfort wurde mir einiges über den Ablauf erzählt. Mir war dann von vornherein klar, dass ich keine guten Bilder von einem Karatekampf machen würde. Wie bei jeder Sportart, sollte der Fotograf ein Spiel oder den Kampf „lesen‘ können. Als Neuling hat man da ganz schlechte Karten. Deshalb war ich ganz auf das Katalaufen gespannt. Der Ablauf ist nicht ganz so schnell. Da ergibt sich eher die Chance auf ein gutes Bild. Es gibt Einzelkata, oder auch Sportler/ innen, die paarweise antreten. Ich erinnere mich sehr gut, als die Karateka angekündigt wurde. In der Sporthalle wurde es plötzlich ganz still! Offensichtlich war die Sportlerin keine Unbekannte. Alle Augen hingen an ihr. Mich beschlich das Gefühl, dass ich hier gleich was ganz Besonderes sehen würde. Und so war es auch! In der Halle war es so still, dass man sogar die Atemtechnik der Frau hören konnte. Ich hatte das Glück, dass sie sich einige male paralell zur Kamera bewegte!
Natürlich werden auch Wettkämpfe für den Nachwuchs veranstaltet. Wie man sieht, kann Karate auch richtig weh tun!

Desweiteren gibt es noch die Kategorie Bruchtest! Für die einen gehört das einfach zu diesem Sport dazu. Andere wiederum sehen das als reine Showveranstaltung!

Sehenswert ist das allemal! Man kann sich einfach als normaler Nicht-Karateka kaum vorstellen, einen Kieselstein in zwei Teile zu hauen. (Warum auch?) Pure Muskelkraft? Eher nicht. Man redet dann von: Schnellkraft oder auch Explosivkraft! Diese kann man sich selbstverständlich antrainieren. Alleine vom Zuschauen tun mir Hände und Füße weh!

Viel Spass beim Anschauen der Bilder!

Fine Art Printer

Ich bin Leser und Abonnent seit der zweiten Ausgabe des Fine Art Printer Magazins. Die Erstausgabe erschien 2005. Obwohl ich zu dieser Zeit noch keinen Drucker hatte, interessierte mich dieses Thema sehr. Auch, weil ich im selben Jahr meine erste Digitale Kamera kaufte.

Unter dem Titel des Magazins steht heute der Zusatz „Das High-End-Fotomagazin“ – in der Anfangszeit „Fotografieren. Drucken. Ausstellen.“ Beide Aussagen finde ich in Ordnung. „High End“ deshalb, weil der Druck am Ende stehen sollte, wenn man Bilder produziert. Dabei ist es egal, ob man Bilder drucken läßt, um danach in Erinnerung zu schwelgen, oder Fine-Art-Drucke herstellt und diese als Kunstwerke anbietet. Es ist einfach zu schade, Aufnahmen nur für den Monitor und Festplatte zu produzieren. Meiner Meinung nach hat es der Papierhersteller Moab in seiner Werbung absolut auf den Punkt gebracht. Dort steht: „Das Bild zu Ende denken“. Besser kann man es nicht ausdrücken. Das habe ich an anderer Stelle schon mal geschrieben. Und das ist nach wie vor immer noch meine Meinung. Mein Epson Drucker hat nach neun Jahren seinen Geist aufgegeben. Er wollte partout kein Schwarz mehr aufs Papier bringen. Da ich mir ein Fotografenleben ohne Drucker schwer vorstellen kann, tut jetzt ein P-900 seine Dienste!

Das Fine Art Printer Magazin war das erste Fachblatt, von dem ich mich hinreißen ließ, einen Leserbrief zu schreiben. (Tatsächlich der erste Leserbrief zu irgendeinem Thema überhaupt.) Der Grund: In einer Ausgabe wurde ein Portfolio präsentiert, das ganz und gar nicht das zeigte, was ich von einem Druckerfachblatt erwartete. In der gleichen Ausgabe gab es aber einen Bericht, wie man das Beste aus einer Datei rausholt. Das passte für mich nicht und schrieb Hermann Will, dem Herausgeber, was ich davon hielt. Die Antwort ließ auch nicht lange auf sich warten. Diese akzeptierte ich natürlich, aber verstehen…

Ein Thema, bei dem ich mir oftmals die Augen reibe, sind die Titelbilder. Technische Motive wie Treppen, oder im aktuellen Magazin Glaskaraffe und Wasserglas. Dann gibt es auch unscharfe Portraits! Warum? Selbstverständlich gibt es auch absolut herausragende Titelbilder! Ausgabe 03/2005 Greg Gorman fotografierte Brooke Shields; 04/2008 ein Portrait von Marc Oeder; in Ausgabe 03/2012 auch ein Portrait von Fotograf Marc Lagrange. Die Liste der guten Titel ist natürlich noch viel länger. Und Portfolios die mich begeistern. 01/2013 zeigt eine Fotostrecke von Supermodel Kate Moss. Sensationell auch die Fotostrecke in 01/2009, von Marcus Tedeskino, der u. A. Prominente aus Schauspiel und Sport portraitiert. Aber manchmal ist für meine Begriffe halt doch ein Ausreißer dabei. Vielleicht fehlt mir für diese Sache auch das nötige Hintergrundwissen? Aber braucht man das, um ein interessantes Titelbild zu bringen?

Die Freude an einer neuen Ausgabe überwiegt natürlich, wenn man über die immens vielen Tipps, Tricks oder Hinweise rund ums Drucken lesen kann. Auch wenn es um das Präsentieren der gedruckten Kunstwerke geht. Meiner Meinung nach gibt es in diesem Genre keine Alternative zum „Fine Art Printer“.

Schade nur, dass man dieses Magazin ab Ausgabe 01/2021 an keinem Kiosk mehr kaufen kann, sondern nur noch als Abonnement. Aber das ist auch kein Problem. Holt Euch das Abo und erfreut euch an dem tollen Druck und tolle Infos rund ums Drucken und Präsentieren. Die Werbung hält sich auch im Rahmen.

In der aktuellen Ausgabe durfte ich mich mit einem kleinen Portfolio zu all den bekannten Fotografen einreihen, die seit 2005 im Fine Art Printer zu sehen waren.

Fine Art Printer Intro Peter Ziegler

Fine Art Printer Portfolio Peter Ziegler